Möbel zum mieten? Kann das funktionieren?

Möbel zum mieten? Kann das funktionieren?

Experten sprechen von einer „Abo-Wirtschaft“, denn immer mehr Produkte aus sämtlichen Kategorien können gemietet werden. Ob es sich dabei nun um eine Büropflanze handelt, Laptops, Server, Autos oder jetzt sogar um Möbel ist ganz gleich.

Der Möbelhersteller IKEA hat für Geschäftskunden offenbar künftig eine ganz neue Option. Dabei geht es dem Unternehmen nach eigenen Angaben um die Nachhaltigkeit.

Neues Modell in der Testphase

IKEA testet in der Schweiz seit Juni die Vermietung von Büromöbeln an Geschäftskunden, hierüber hat die Handelszeitung berichtet. Die Schweiz scheint eines der ersten Länder zu sein, denn sollte sich das Konzept als Würdig erweisen, dann ist ein Rollout auf ganz Europa und anschließend weltweit möglich.

Simona Scarpaleggia, die Geschäftsführerin der IKEA Schweiz, hat in einem Interview mit AWP folgendes geschildert: „Wir arbeiten mit 20 kleinen Geschäftskunden zusammen. Wir bieten ihnen Besprechungsräume oder Arbeitsplätze“, denn IKEA könnte mit diesem Angebot eine gänzlich neue Dienstleistung schaffen und damit wohl auch das eigene nachhaltige Image befördern. „Warum sollte ein Profi eher mieten als kaufen wollen? Der erste Grun ist finanziell“, sagte Scarpaleggia.

Durchaus sind die Kosten vor allem für kleine Unternehmen erstmal erdrückend, denn eine gesamte Einrichtung kann sich schnell auf mehrere tausend Euro belaufen, wenn Besprechungsräume, Empfangsraum und die einzelnen Büros eingerichtet werden. Immerhin wurde der Prozess durch die Möglichkeit des SKEPP Büro mieten schonmal maßgeblich vereinfacht.

So bleiben Unternehmer vor einer großen Anfangsinvestition bewahrt und das Unternehmen kann jederzeit vom Vertrag zurücktreten und damit weitere Zahlungen stoppen. Sobald das Abo gekündigt wurde, beginnt ein zweites Leben für die Einrichtung.

So sieht das nachhaltige Modell aus

IKEA möchte nachdem die Möbel zurückkommen dafür sorgen, dass sie in einer anderen Firma ein zweites Leben finden. Die Vermietung geht von Firma A auf Firma B über. Scarpaleggia erklärt es folgendermaßen: „Wir wollen Verschwendung vermeiden. Wir nehmen die Produkte zurück und vermieten sie wieder an neue Kunden.“

Das Modell wird nochmals dadurch unterstrichen, dass Privatpersonen ihre gut erhaltenden Möbel zum Kauf anbieten können und je nachdem nimmt IKEA diese wieder zurück. Das Modell gibt es bereits seit September 2018. Die Kunden erhalten darauf eine Geschenkkarte mit einem Höchstwert von 60 Prozent des ursprünglichen Verkaufspreises.

In der Schweiz geht der Hersteller einen steilen Kurs. Im September 2022 soll bereits das zehnte Einrichtungshaus eröffnen. Im Kanton Wallis wurde bereits das Fundament für den Neubau gelegt.

Funktionieren Abo-Modelle überhaupt wirtschaftlich?

Für die Hersteller ist ein Abo-Modell durchaus wirtschaftlich, denn nach nur wenigen Monaten befindet man sich bereits in der Gewinnspanne. Wenn die Möbel zurückkommen, dann können sich auch Firmen die Möbel leisten, die nicht so viel Geld in die Einrichtung investieren können — so werden weitere Kunden gewonnen.

Unternehmen sollten aber zuvor kalkulieren, ob sich vielleicht ein Kauf eher lohnt. Für kleinere Unternehmen, die sich am Anfang befinden, haben nur wenig Einfluss auf die finanzielle Situation und damit stellt sich höchstwahrscheinlich auch die Frage nicht.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass dieses Modell Zukunft haben wird und auch in Deutschland eine große Rolle spielen wird. Jetzt bleibt noch die Frage, ob das Konzept auch auf die Läden in Deutschland übertragen wird?

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